Ausgewählte Ausstellungen als Ausstellungsmacher

2018

Jürgen Becker und Matthias A.J. Dachwald

 

Jürgen Becker zu Gast im Kunsthaus 2018. Hier ein Foto mit dem Kurator in Nürnberg Matthias A.J. Dachwald. Zur Eröffnung sprach Dachwald mit Becker über Fotografie und Literatur.

2017

06. Mai bis 18. Juni 2017
Symposium und Ausstellung

 

»Der KREIS« ist nach wie vor eine der wichtigsten und einflussreichsten Nürnberger Künstlergruppen und er feiert 2017 seinen 70. Geburtstag. Zu diesem Ereignis werden die KREIS-Mitglieder eine künstlerisch zeitgenössische Positionierung im Kunsthaus unternehmen.

 

Über den Blog www.InDenRaum.de werden alle Fortschritte während des Symposiums dokumentiert und können nachverfolgt werden.

Im Anschluss an die überaus erfolgreichen Symposien der Künstlergruppe von 1987 »KREIS – im Fluss« und von 2010 »KREIS – im Wald« wird im Kunsthaus vom 6. Mai bis zum 16. Mai das Symposium »KREIS – In den Raum« stattfinden. Während des Symposiums gestalten die KREIS-Mitglieder und dazu geladene Gäste ihre Arbeiten im und um das Gebäude herum öffentlich. Tägliche Werkbesprechungen ab 19 Uhr laden zudem ein, mit den Künstlern über ihr Werk, ihre künstlerische Position und ihre aktuelle Arbeit zu diskutieren. Als besonderes Geburtstagsgeschenk ist der Besuch während des Symposiums für alle Interessierten frei.

 

Matthias A.J. Dachwald ist als Kurator im Kunsthaus, Teil des Symposiums. "Ich freue mich auf diese Zeit und den kreativen Prozess. Endlich wieder einmal eine Ausstellung und eine Kollaboration mit ganz unterschiedlichen Künstler*innen!"

2016

WE ARE WAHRHEIT

we are wahrheit (Live Uraufführung 1. Akt in Quadrophonie)

ALETHEÍA und ihr Klon (Hörspiel)

Sie glauben noch an die Wahrheit? Wieso? Haben Sie sie schon einmal gesehen? Wissen Sie, dass es sie gibt? Wer sagt Ihnen das? Glauben Sie alles, was Ihnen andere erzählen? Leben Sie das Leben, das Sie leben wollen, weil es das einzig wahre ist? Ist das, was Sie um sich herum sehen, wahr? Ist dann das, was Sie nicht sehen, unwahr? Wem glauben Sie? Einem Richter, dem Lehrer, dem Internet, einem Freund, dem Priester, dem Kapital oder einer Offenbarung? Sind Sie sich sicher? Wir sind es! WIR SIND WAHRHEIT.

Hörspiel nach einer Idee von Matthias A.J. Dachwald 

 

produziert von Borissov & Dachwald

 

Ausstellung und Bühnenbild Matthias A.J. Dachwald und Madeleine Weishaupt

nach einer Idee von Matthias A.J. Dachwald

 

 

 

 

2015

WOLKENHEIDE

„Wolkenheide –
Bamberg in Gedichten und Bildern der Camera obscura“


Ausstellung, Buchpräsentation und Lesung


von Matthias A.J. Dachwald und Günter Derleth

 

Mit dem Projekt „Wolkenheide“, von dem Lyriker Matthias A.J. Dachwald und dem Fotografen Günter Derleth, finden zeitgenössische Lyrik und Fotografien, aufgenommen mit der Camera obscura zueinander. Die beiden Autoren verstehen ihr Projekt als ein künstlerisches Schürfen nach Zeit. Verbunden werden die beiden Kunstformen der Lochkamera-Fotografie und der Lyrik durch den Ort ihres Entstehens, der Stadt Bamberg. Zum ersten Mal treffen dabei zeitgenössisches lyrisches Wort-Werk und die faszinierende Aura des Lochkamerabildes auf die fränkische Stadt mit ihrer einzigartigen Atmosphäre.


„Bamberg ist also ein Traum der Zeit. Wie kann es ausgerechnet hier gelingen, die fragilen Momente des Augenblicks zu wahren? Nun, ein Bildermacher und ein Wortfänger haben sich für diesen Band aufgemacht, um mit wachen Sinnen das behauste Wesen der Stadt neu zu erkunden.“
Christoph Schaden
(aus dem Vorwort)

2014

WER HAT AN DER UHR GEDREHT?


Über die Wahrnehmung und den Umgang mit der Zeit

Eine Ausstellung des KOMM-Bildungsbereich

2. Oktober bis 7. Dezember 2014

 

Eröffnung: 1. Oktober 2014, 20 Uhr

„Die unerträgliche Komplexität des Seins“          

Matthias Dachwald (Kurator Kunsthaus und KOMM-Bildungsbereich)

 

Gastvortrag:                                                  

„Zeitnotstand in der Beschleunigungsgesellschaft“

Prof. Dr. Heiner Keupp (Soziologe, Ludwig-Maximilians Universität, München)

 

Mittwoch, 8. Oktober 2014, 19 Uhr

„Zeit ist und vergeht…“

Madeleine Weishaupt und Matthias A.J. Dachwald

 

Das Phänomen Zeit gehört zu den größten Mysterien der Menschheit. Seit Menschengedenken versucht der Mensch seinen Umgang mit dem Taktgeber des Lebens und des Todes zu finden. Schon immer waren die Künste hierfür eine der wichtigsten Methoden der Auseinandersetzung. Die Lyrikerin Madeleine Weishaupt und der Lyriker Matthias A.J. Dachwald lesen aus ihren Gedichten, die sich um das Phänomen der Zeit und des Seins drehen.

 

Dauer: ca. 90 Minuten mit Pause, Eintritt 3,50 (erm. 2,50 Euro),Ort: Caritas-Pirckheimer-Haus

 

In Kooperation mit der Akademie Caritas-Pirckheimer-Haus

 

 

Hohe Geschwindigkeit ist ein Hauptmerkmal der Gegenwart. Überall geht es darum, effizienter und schneller zu werden. Jedoch drängt sich der Verdacht auf, dass Schnelligkeit dabei zum Selbstzweck mutiert.

 

Innehalten, Nachdenken, Muße? Fehlanzeige! Wir sind auf Hochgeschwindigkeit getrimmt. Aber warum, und war es schon immer so?

 

Das Christentum entwickelte, anknüpfend an die Philosophien der Antike, eigene Ideen und Theorien zur Zeit. Der im Mittelalter einsetzende Welthandel, zahlreiche Erfindungen und letztlich die Entstehung des Kapitalismus haben das Raum-Zeitgefüge nachhaltig verändert. Dabei ist, trotz weltweit unterschiedlichster Kulturen und Religionen, die christliche Zeitrechnung zur weltweit Bestimmenden für Termingeschäfte und Handel geworden.

 

Der Kampf um die Zeit setzte vollends mit der Industrialisierung ein und erlebt mit den neuen Medien seinen gegenwärtigen Höhepunkt: Wer bestimmt über die Zeit? Wer kontrolliert sie? Zu welchem Zweck übt er die Kontrolle aus? Ist Zeit Geld? Oder ist wohlhabend, wer über seine Zeit frei bestimmen kann?

 

Die Ausstellung des KOMM-Bildungsbereich über die Wahrnehmung und den Umgang mit der Zeit beschäftigt sich mit all diesen Fragen. Sie thematisiert anhand von Texten, Objekten und Rauminstallationen die Machtstrukturen hinter der Zeitökonomie und fragt nach dem „wie weiter“ wenn alles optimiert wurde.

 

Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm ergänzt die Ausstellung.

 

www.komm-bildungsbereich.de

2013

ARNO SCHMIDT -DER SCHRIFTSTELLER ALS FOTOGRAF

Foto: Arno schmidt Stiftung, Bargfeld
Foto: Arno schmidt Stiftung, Bargfeld

Do., 26. September bis So., 10. November 2013


Eine Ausstellung des Kunsthauses Nürnberg in Kooperation mit der Arno Schmidt Stiftung, Bargfeld.


Arno Schmidt (1914 – 1979) gilt als eine Besonderheit in der deutschen Literaturgeschichte. Sein Werk lässt sich nicht vergleichen: zu großartig, zu sprachmächtig, zu formvollendet. Für die einen ist er unerreichter Spracherneuerer, Wortmetz und Erfinder neuer Prosaformen, für die anderen ein kaum lesbarer Exot. Eine Ausnahmestellung hat er in jedem Fall inne. Wie sich herausgestellt hat, ist sein Nachlass nicht nur in der Literaturgeschichte, sondern auch für die Fotografie bemerkenswert. Aus anfänglichen Schnappschüssen entwickelten sich allmählich immer bewusster komponierte Aufnahmen.

Die Ausstellung zeigt zunächst frühe Schwarz-Weiß-Fotografien aus den 1950er und 1960er Jahren, sowie Farbfotografien der 1960er und 1970er Jahre. Schmidt nahm die Schwarz-Weiß-Bilder mit einer Rollfilmkamera der Marke Bonafix auf, die er von seinem ersten Preisgeld 1950 erwarb. 1964 schenkte ihm der befreundete Autor und Übersetzer Hans Wollschläger zu seinem fünfzigsten Geburtstag eine Yashica 44, mit der Schmidt begeistert zur Farbfotografie überging.

Arno Schmidt hätte sich selbst nie als professionellen Fotografen bezeichnet und doch lassen seine Aufnahmen erkennen, dass er mehr als nur ein Knipser fürs Familienalbum war. Er komponierte seine Fotos deutlich erkennbar nach den Prinzipien des goldenen Schnitts, der Farbflächenkontraste und der Linienführungen. Dies weist darauf hin, dass er sich intensiv mit künstlerischen Fragen, etwa des Bildaufbaus, beschäftigt haben muss.

Schließlich finden wir die Auseinandersetzung Arno Schmidts mit der Fotografie auch in seinem literarischen Werk wieder. Schon in den frühen Arbeiten Seelandschaft mit Pocahontas oder Schwarze Spiegel tauchen die Verweise zur Fotografie auf, besonders aber in seinem Opus magnum Zettels Traum wird die Fotografie häufig thematisiert.


Mittwoch, 16. Oktober 2013, 18 bis 20 Uhr

Kuratorenführung

„Gibt‘s wieder was zu sehen?“... Versteht

sich; wo gäbe es wohl nichts zu sehen?

Kuratorenführung

mit Janos Frecot (Kurator der

Ausstellung) moderiert von Dr. Harriet Zilch (Kunst­

halle Nürnberg) und Matthias Dachwald (Kunsthaus

Nürnberg)

Der Kurator der Ausstellung Janos Frecot gilt in Deutschland als einer der profundesten Kenner der fotografi schen Landschaft. Er hat Schmidts foto­

grafi sche Arbeiten entdeckt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im gemeinsamen Gespräch mit Harriet Zilch und Matthias Dachwald wird eine

spannende Entdeckungsreise in die Bargfeldschen Archive unternommen.

Eine Spurensuche zwischen dem literarischen und dem fotografi schen Werk.


Mittwoch, 6. November 2013, 18 Uhr

Führung mit Matthias Dachwald (Kunsthaus Nürnberg)

„Man müsste die Biografi e jedes Körnchens

schreiben: will doch jeder da sein!“


Die Führung geht auf die Bildsprache in Schmidts Texten ein und stellt diese seinen Fotografi en gegen­ über. Das Eintauchen in die Gedanken- und Bildwelt

dieses genialen Schriftstellers soll sowohl seine literarischen als auch seine fotografi schen Arbeiten tiefer untersuchen und miteinander in Bezug setze



Foto: Tamara Claus
Foto: Tamara Claus

PHOTO SPRING BREAK

29. März bis 20. April 2014


Insgesamt zehn junge Fotografinnen und Fotografen an der TH Nürnberg wurden für diese Kooperationsausstellung von Yvonne Seidel, Professorin für Fotografie an der TH, Fachbereich Kommunikation und Design, sowie von Matthias Dachwald, Kurator Künstlerhaus, für die Ausstellung ausgewählt.


Die Absolvierenden der Hochschule zeigen, was für Ideen und Themen sie bewegt haben, in welchem Genre sie sich engagieren und wie sie diese Projekte visuell umgesetzt haben. Die jungen Fotografinnen und Fotografen präsentieren auf hohem Niveau künstlerische, dokumentarische und auch inszenierte Fotografie aus Nürnberg.


Eine Ausstellung des Bereichs Fotografie der TH Nürnberg Georg Simon Ohm in Kooperation mit dem KOMM-Bildungsbereich.

GREGOR HILTNER Atze und seine Freunde. Geschichten vom Hahnhof

Mit Illustrationen von Natascha Mann

Do., 05.06. bis So., 06.07.2014

Eine Abenteuergeschichte, die vom Frosch Atze und seinen Freunden am Hahnhofer Weiher handelt. Sie erzählt von wahrer Freundschaft, die sich im Angesicht der Gefahr bewähren muss. Auch müssen die Freunde stets mit Unvorhersehbarem rechnen. Eines Tages etwa tauchen asylsuchende Frösche aus Frankreich auf, die vor französischen Köchen flüchten mussten … Die Geschicke der Frösche sind verknüpft mit denen der menschlichen Bewohner Hahnhofs, einem Vater und seinem achtjährigen Sohn Kilian. Menschen wie Frösche können nicht abschätzen, was ihr Handeln bei den jeweils anderen bewirkt und es kommt zu unglaublichen Verwicklungen.

Zur Ausstellungseröffnung am Mittwoch, 4. Juni 2014 um 18 Uhr möchten wir Sie herzlich einladen. Nach der Begrüßung durch Matthias Dachwald (Kurator Künstlerhaus) liest Autor Gregor Hiltner aus seinem Buch. Auch die Illustratorin Natascha Mann wird anwesend sein.

Die Lesung und die Eröffnung sind für Kinder und Erwachsene geeignet.
(Erstlesealter 6 bis 10 Jahre)

2013

2012

»Der lange Schatten von Tschernobyl«

03.10.12 — 25.11.12

Am 26. April 2011 jährte sich die Katastrophe von Tschernobyl zum 25. Mal. Damals war den Mitarbeitern in einem Kontrollraum des Atomkraftwerks Tschernobyl während eines Sicherheitstests eine Reihe von Fehlern unterlaufen. Die Explosion im Reaktorblock IV verursachte eine Kernschmelze und löste ein Feuer aus, das zehn Tage lang nicht gelöscht werden konnte.
1993 fotografierte Gerd Ludwig Tschernobyl im Auftrag von National Geographic Magazine.
Im Jahr 2005 kehrt er für mehrere Wochen in die Sperrzone und die vom Niederschlag betroffenen Gebiete in der Ukraine und Weißrussland zurück. Es gelang ihm außerdem, tiefer in den verstrahlten Reaktor vorzudringen, als je ein anderer westlicher Fotograf vor ihm. Im Frühjahr 2011 fotografierte Gerd Ludwig erneut im Reaktor und dessen Umgebung.

»Jahre später«

14.06. — 22.07.2012

1992, als die sozialistischen Strukturen in Kirgistan noch existierten, hat Georg Kürzinger Alltag und Feste der Kirgisen fotografisch festgehalten. 2003 besuchte er die Menschen, die er damals portraitiert hatte, erneut und fotografierte sie wieder in ihrem Umfeld. In dem Projekt ”Jahre später” stellt er die Fotografien von 2003 jenen von 1992 gegenüber und ergänzt sie durch Interviews mit den Portraitierten. Es wird sichtbar, wie sich das Leben der Kirgisen verändert hat.

2011

J Henry Fair: »Toter Erde schöner Schein«


22.09.2011 — 06.11.2011


Im Rahmen seines Projekts "Industrial Scars" setzt sich der New Yorker Fotograf und Umweltaktivist mit den Folgen moderner Energiegewinnung, landwirtschaftlicher und industrieller Massenproduktion auf die Umwelt auseinander.

“Wie fotografiert man Erderwärmung?”, fragte das ART-Magazin 2008 und lieferte als Antwort eine Fotografie von J Henry Fair. Im Rahmen seines Projekts “Industrial Scars” setzt sich der New Yorker Fotograf und Umweltaktivist mit den Folgen moderner Energiegewinnung, landwirtschaftlicher und industrieller Massenproduktion auf die Umwelt auseinander.
Aus der Vogelperspektive, in einem Sportflugzeug sitzend, fotografiert er und bringt ans Licht, was sonst hinter Mauern und Zäunen gut behütet und verborgen bleibt. Mit Hilfe seiner Bilder macht er die Prozesse von globaler Erderwärmung, Umweltverschmutzung und -zerstörung in großformatigen Fotos, die Gemälden gleichen, sichtbar.

2010

»Der Hesselberg – ein ‘heiliger’ Ort der Täter«


Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert und gliedert sich in vier Segmente. Themenfeld eins befasst sich mit dem “Mythos Berg und den Nazis” vor 1933. Das zweite beschäftigt sich mit dem “Ausbau des Hesselbergs zur Kultstätte” und beleuchtet die Zeit zwischen 1933 und 1939. Kapitel drei widmet sich unter der Überschrift “Predigt und Gewalt” der Rolle Streichers und seinem Antisemitismus, während sich der vierte Abschnitt mit dem “Verschwinden der Hesselbergtage” aus dem Gedächtnis der Franken nach 1945 befasst.


Der KOMM-Bildungsbereich erstellt in Zusamenarbeit mit Thomas Greif, dessen Dissertation “Frankens braune Wallfahrt – Der Hesselberg im Dritten Reich” im Jahr 2007 erschien, die Ausstellung, die mit Texttafeln, historischen Dokumenten und Gegenständen, Ton- und Filmdokumenten die besondere Rolle des Hesselbergs herausstellt. Darüber hinaus wird ein umfangreiches Begleitprogramm, bestehend aus Wortveranstaltungen, Filmen und Führungen durch die Ausstellung organisiert.

2009

Foto: Letizia Battaglia
Foto: Letizia Battaglia

»Letizia Battaglia«
Fotografien 1976 bis 2009
»Gegen die Mafia«


24.09.09—01.11.09


Mit der Ausstellung stellte der KOMM-Bildungsbereich das Werk einer großen europäischen Fotografin vor und rückte gleichzeitig das Thema der organisierten Kriminalität in den Blickpunkt.


Mit Letizia Battaglia ist es dem KOMM-Bildungsbereich zum zweiten Mal nach Horst Faas (2006) gelungen, einen Preisträger der renommiertesten deutschen Fotoauszeichnung, des Erich-Salomon-Preises der deutschen Gesellschaft für Photographie, nach Nürnberg zu holen. 2007 erhielt Letizia Battaglia die Ehrung für ihre herausragende fotojournalistische Arbeit.

Letizia Battaglia wurde 1935 im sizilianischen Palermo geboren, wo sie heute wieder lebt. Sie ist eine international bekannte Fotografin und Fotojournalistin. Obwohl ihr Œuvre ein weites Spektrum des sizilianischen Lebens aufzeigt, ist sie vor allem für ihre herausragenden Bilder über die Mafia bekannt. Ab den 1970er Jahren arbeitete sie 16 Jahre lang für die linke Tageszeitung “L‘Ora”. Dabei widmete sie sich mit aller Kraft dem Kampf gegen die Mafia. Manche Fotos sind unmittelbar nach der Tat entstanden. Sie sind Zeugnis einer Brutalität, wie sie einst in Sizilien alltäglich war und heute immer noch aufscheint.

Letizia Battaglia hat einen ausgeprägten Blick für die Frauen: Frauen von Opfern, Frauen von Tätern, Frauen, die starr vor Trauer und Entsetzen sind. Sie stehen ikonografisch für das blutige Treiben der Mafia auf Sizilien: Fotos, die nichts von ihrer Unmittelbarkeit und Eindringlichkeit verloren haben.

2006

Horst Faas: VISIBLE WAR"

Algerien Angola Bangladesh Kongo Laos Vietnam


Die Ausstellung zeigt Fotos von Kriegen in Südostasien und Afrika, aufgenommen von Horst Faas, dem zweimaligen Pulitzer-Preis-Träger (1965 und 1972). Neben Orginalbildern vom Kriegsschauplatz werden auch Dokumente und Objekte gezeigt, die die Welt des Fotojournalismus während des Vietnamkrieges veranschaulichen: Zeitungsberichte, Briefe, Kameras oder ein Bildfunkgerät zur Übermittlung der Fotos. Darüber hinaus werden eine Rekonstruktion des Schreibtisches von Horst Faas bei der AP-Redaktion in Saigon, Tonaufnahmen und die "Requiem-Wand" präsentiert - eine Ausstellung innerhalb der Ausstellung. Sie zeigt Fotos von Reportern, die in Vietnam und Indochina ums Leben gekommen sind.

Horst Faas, 1933 in Berlin geboren, gilt als eine der profiliertesten Persönlichkeiten des modernen Fotojournalismus. Er begann seine Karriere 1951 in München bei der Bildagentur Keystone. 1952 wechselte er zur Associated Press, für die er an den Brennpunkten der Welt fotografierte. Algerien, Kongo, Bangladesch und vor allem Vietnam sind die Stationen eines bewegten Reporterlebens.

2001

On the road to war - Chechenya 1992 - 1996

Im Nürnberger Künstlerhaus, dem Kulturzentrum K4, wurden vom 11. September 2001 an, Fotografien des amerikanischen Kriegsfotografen Stanley Greene ausgestellt. Seine Werke wurden damit zum ersten Mal in Deutschland gezeigt. Der Fotograf, der seit sechs Jahren immer wieder nach Tschetschenien reist und während seiner Aufenthalte in Grosny in einem düsteren Keller ohne Licht, Wasser und Heizung lebt, ist 2001 mit dem dritten Preis des World Press Photo Award für seine Tschetschenien Bilder ausgezeichnet worden.


Greenes Bilder bestechen durch Kargheit und Ernst, sie rücken die Situationen und die Menschen in den Vordergrund, lassen den Fotografen dahinter vergessen. Und gerade das macht diese Bilder so einzigartig. Der Betrachter Man wähnt sich näher am Geschehen und man spürt, es geht Greene um die Menschen. Er ergreift für sie Partei und er ist weit entfernt vom reinen Dokumentieren einer weiteren Kriegssituation auf der Erde.


matthias a. j. dachwald

lyriker, essayist, kunstwerker, kurator, ausstellungsmacher, kunstvermittler

W O R T E X T E S S A Y

P A L A B R A S I G N S

ⴰⵡⴰⵍ